Die alte nationale Formel „sozialer Zusammenhalt durch neue Schulden“ geht nicht mehr auf. Viel zu lange mussten in vielen Ländern Europas die Versprechungen für immer neue soziale Wohltaten mit immer höheren staatlichen Schuldungen statt durch wirtschaftliche Leistung beglichen werden. Das Furchtbare an Schulden ist, dass sie letztendlich immer bezahlt werden müssen. Die Frage ist nur: von wem. Hierbei gilt ein triviales Gesetz: Die Schulden, die man nicht selbst bezahlt, bezahlen andere.
Wenn jetzt die Forderung erhoben wird, dass wir über Eurobonds oder andere Transfermechanismen die Schulden mitbezahlen sollen, die in anderen Ländern Politiker für ihre Wiederwahl aufgetürmt haben, wird es gefährlich. Protest ist angesagt: Protest der Schuldner, weil sie bezahlen und sparen sollen; Protest der Gläubiger, weil sie nicht noch mehr berappen wollen. Der Euro droht vom Integrationsprojekt zum Spaltpilz zu werden.




Von Karl-Heinz Florenz
Von Florian Gerster